Sigrun Matthiesen hat den von der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebenen Reader Freiräume für die Zukunft. Plädoyer für einen 'Neuen Generationvertrag' redaktionell begleitet. Sie ist außerdem Co-Autorin des dort veröffentlichten Textes "In Zukunft anders – Generationengerechte Versorgung dünn besiedelter Regionen".

"Wer wissen will, was Bevölkerungsrückgang in Deutschland bedeutet, muss bloß in die Dörfer der Altmark in Sachsen-Anhalt fahren, ins nördliche Ruhrgebiet oder in die Eifel. Hier, wo heute schon die Jungen weggehen und nur die Alten übrigbleiben, wird es in Zukunft noch einsamer – darin sind sich alle Prognosen einig. Was aber bedeutet das für Versorgung und Infrastruktur? Spätestens wenn 2019 die Zuwendungen aus dem Solidarpakt II wegfallen, wird man um die Frage nicht mehr herumkommen, wie das Leben in dünn besiedelten Regionen in Zukunft funktionieren soll. Um sie nachhaltig zu beantworten, werden wir uns von einigen liebgewonnenen politischen Lebenslügen verabschieden müssen, vor allem vom Leitbild der „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“. Das Versprechen, es bestehe noch im einsamsten Winkel des Landes im Prinzip Anspruch auf die gleiche Infrastruktur wie in der Stadt lässt sich in Wirklichkeit schon seit den 70er Jahren nicht mehr einlösen.

Statt diese Tatsache weiterhin durch unrentable Subventionen und fragwürdige Förderprogramme zu verschleiern, müssen Konzepte entwickelt werden, wie wir mit der Unterschiedlichkeit der Lebensverhältnisse umgehen können. Ein Neuer Generationenvertrag sollte dafür sorgen, dass die unvermeidbaren und vielleicht ja auch wünschenswerten Unterschiede zwischen dem Leben in Ballungsräumen und dem Leben auf dem Land nicht Ungerechtigkeit bedeuten, sondern ein Mehr an Möglichkeiten. Für die, die heute leben genauso wie für die, die in Zukunft mit dem zur Verfügung stehenden Raum vielleicht ganz anders umgehen wollen."

Karin Rieppel &
Sigrun Matthiesen

 

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Foto © Faruk Hosseini 

im Buchstabenmuseum Berlin